Die Botschaft ist: Wir müssen Probleme durch Bildung lösen, nicht mit Waffen.

Der Holocaust vernichtete 98% der jüdischen Bevölkerung Mazedoniens, weltweit der tragische Rekord dieses dunkelen Kapitels der Geschichte. Zum Gedenken an die 7.148 mazedonischen Juden, die in Konzentrationslagern ihr Leben ließen, wird in Skopje ein Museum errichtet, sowohl als Mahnmal als auch als Bildungsstätte: Das Macedonian Holocaust Memorial and Education Center“. Liljana Mizrahi, Vorsitzende des Macedonian Holocaust Fund und Michael Berenbaum stellten in Brüssel ihre Pläne vor und erläuterten die Bedeutung ihres Projekts im europäischen Kontext.

„Die Lektionen, die wir aus dem Holocaust gelernt haben, sind heute so aktuell wie damals“, eröffnete Rabbi Andrew Baker die Veranstaltung. Es müsse weiterhin an die Folgen des Antisemitismus erinnert und der Opfer gedacht werden. „Wir haben gelernt, dass man fanatischen Ideologien nicht mit Gleichgültigkeit oder Nachgiebigkeit begegnen darf.“

Mazedonien habe als eins der ersten Länder jüdisches Eigentum vollständig zurückgegeben. Vermögen, für das keine Erben gefunden werden konnten, ging per Gesetzesbeschluss in einen Fonds über, aus dessen Mitteln der Bau des Memorial Centers finanziert wurde, so Mizrahi. Diese Begegnungsstätte solle an die lebhafte jüdische Gemeinschaft Mazedoniens erinnern, die schon seit Jahrhunderten Teil der mazedonischen Bevölkerung ausgemacht habe. Mazedonien zeige hiermit seine Bereitschaft, zum zukünftigen Gedächtnis an die Gräuel des Dritten Reichs in Europa beizutragen.

„Wir möchten, dass das Museum nicht nur Ausstellungsstücke zeigt, sondern eine Geschichte erzählt“, sagte Berenbaum. „Es soll gleichzeitig intellektuell und emotional anspruchsvoll sein.“ Dabei müsse es alle Besucher ansprechen, nicht nur eine bestimmte Zielgruppe. Es habe zudem mehrere Funktionen: Die eines Museums, eines Denkmals, eines Bildungs- und Kulturzentrums und eines Ausstellungsraums für Wechselausstellungen. Die Eröffnung ist geplant für Anfang 2011.

Christina Brunnenkamp