Freiheit und Eigenverantwortung – Weltweite studentische Initiative für die Freiheit

Liberalismus feiert Hochkonjunktur an amerikanischen und europäischen Hochschulen – auch Dank der Students for Liberty (SFL), deren Netzwerk in nur vier Jahren auf 500 Gruppen angewachsen ist. Alexander McCobin, President & Executive Director der Students for Liberty und Doktorand an der Georgetown Universität und Nick Roskams, Executive Board Member der European Students for Liberty und Jura-Student an der Universität Leuven, gaben Einblicke in ihren Alltag als liberale Aktivisten und berichteten von der Erfolgsgeschichte der studentischen Initiative.

Die Rolle traditioneller studentischer Organisationen sei im Wandel, sagte Annette Godart-van der Kroon, Präsidentin des Ludwig von Mises Institute-Europe, in ihrem Grußwort. Traditionell stehe das Bild einer populistischen linksgerichteten Bewegung mit Verbindungen zu Gewerkschaften für studentischen Aktivismus. Einen Gegenpol dazu schafften die Students for Liberty (SFL), ein liberaler Dachverband für studentische Organisationen, die sich besonders in den USA und Europa für den gelebten Liberalismus an Hochschulen einsetzen. Weltweit unterstützten sie liberale Graswurzelbewegungen an Universitäten.

Die SFL stehen ein für soziale, wirtschaftliche und akademische Freiheit. Diese brauchen Botschafter auf allen Ebenen, denn „it is not enough to develop arguments for liberty, you need people to spread them.“ Es reiche nicht, sich auf die Politik zu verlassen, meinte Alexander McCobin, Politiker setzten allein auf Stimmenmaximierung und Wiederwahl. Die SFL werben dagegen für eine Gesellschaft der Freiheit und Eigenverantwortung.

Die Veränderung der Gesellschaft sei eine Generationsaufgabe. Die heutige, sozial tolerante Jugend müsse beginnen, das öffentliche Meinungsbild zu prägen, so Nick Roskams. Deshalb habe er zu Beginn des Jahres deutliche Position gegen die belgischen Gewerkschaften, die zum Generalstreik aufgerufen hatten, bezogen und sich gegen deren nachhaltigkeitsfeindliche Politik gestellt. Dass sich mehr und mehr junge Leute dieser Aufgabe verschrieben hätten, sehe man an dem rasanten Wachstum des Netzwerks der SFL.

Ein weiterer Aspekt, der die liberalen Studentengruppen von ihren traditionell eher linksgeprägten Kommilitonen trenne, sei die Konzentration auf die Wissenschaft und die Weiterentwicklung liberaler Konzepte. Liberalismus sei ein „living intellectual movement.” Eindrucksvoll zusammengestellt wird dieses beispielsweise im Sammelband „The Morality of Capitalism – What your Professors won’t tell you.“

Dennoch ist der Weg zur freien Gesellschaft ein steiniger. Liberalismus wirkt oft akademisch, rational und komplex, und ist daher nicht einfach zu vermitteln. Der Schwierigkeit dieser Mammutaufgabe sind sich die Students for Liberty durchaus bewusst und dennoch setzen sie sich entschlossen für eine freie Wissenschaft, freie Wirtschaft und eine freie Gesellschaft ein.

Susan Schneider