„Einmischen ist angesagt!“ Gewinner des FNF-Schülerwettbewerbs zu Gast in Brüssel

Ideen, Kreativität und Engagement waren gefragt beim großen Schülerwettbewerb der Virtuellen Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Er stand 2011 unter dem Motto “Einmischen ist angesagt – aber wie? Schüler zeigen gesellschaftspolitische Verantwortung”. Acht Schülerinnern und Schüler der Schüler-Initiative für politische Bildung an Schulen aus Berlin www.politik-als-schulfach.de hatten die Jury mit ihrem Beitrag überzeugt. Die Initiative wirbt für die Einrichtung von Politik als eigenständiges Schulfach an Schulen in Berlin. Die Schüler gewannen damit den Hauptpreis des Wettbewerbs: Eine mehrtägige Reise nach Brüssel mit politischen Gesprächsterminen und einem Besuch des Europäischen Parlaments.

„Ein kleiner Wissenstest an einem Zehlendorfer Gymnasium zeigte ein erschreckendes Resultat: Fast zwei Drittel der befragten Neuntklässler konnten nicht erklären, was die UNO ist – einige hielten sie für das gleichnamige Kartenspiel. Mehr als die Hälfte der Elftklässler wusste nicht, was Erst- und Zweitstimmen sind. So kann Politik nicht gewissenhaft mitbestimmt werden. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, die Politikverdrossenheit Jugendlicher aufzuhalten oder vielleicht sogar ins Gegenteil zu verkehren: Politik als Schulfach. So heißt auch unsere Gruppe, die sich dafür einsetzt und fest von den positiven Effekten überzeugt ist – etwa davon, dass verpflichtender Politikunterricht zu einer höheren Wahlbeteiligung führen würde“, erklärte Ruth Appel das Projekt der Schülergruppe.

In Brüssel ergriffen die Schüler die Möglichkeit, sich über die Auslandsarbeit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zu informieren. Hans H. Stein, Leiter des Regionalbüros Europäische Institutionen und Nordamerika, stand den Schülern Rede und Antwort zum Engagement der Stiftung in der weltweiten Entwicklungszusammenarbeit und zur Verbindungsarbeit des Büros in Brüssel. Im Fokus der Stiftung stehen dabei liberale Lösungen für politische Herausforderungen in den Bereichen Menschenrechte, Bürgergesellschaft, Eigentum, Marktwirtschaft, Freihandel und Umwelt.

Anschließend trafen die Schüler mit Thomas Leys, dem Vorsitzenden der International Federation of Liberal Youth (IFLRY), der Jugendorganisation von Liberal International, zu einem Gespräch zusammen. Sehr engagiert diskutierten die jungen Leute ihre gemeinsamen Erfahrungen mit Jugendarbeit und Politik. Die Gewinner des Wettbewerbs erklärten ausführlich ihr Projekt. Es sei entscheidend, dass sie als zukünftige Wähler selbstständige und fundierte Entscheidungen bei den Wahlen treffen könnten, so die Schüler. Es sei ihnen daher ihr besonderes Anliegen, gut über aktuelle europa- und weltpolitische Ereignisse informiert zu sein. Dies motiviere sie dazu, sich so engagiert dafür einzusetzen, bei Schülern das Interesse für Politik zu wecken.

Bei einem Besuch des Parlamentariums und einem Rundgang durch das Europäische Parlament gab es die Gelegenheit, konkrete europapolitische Fragen zu diskutieren: Wie sieht der typische Tagesablauf eines Europaabgeordneten aus? Was bedeutet Subsidiarität in der Praxis? Wie wird das Europaparlament gewählt und warum stellen sich (noch) keine europäischen Parteien zur Wahl? Welche Rolle spielen die Lobbyisten? Diese Fragen und noch viel mehr diskutierten die Schüler mit Constantin Gissler, Parlamentarischer Assistent des liberalen Europaabgeordneten Jürgen Creutzmann. Sie nutzten zudem die Gelegenheit, sich über Praktika in Brüssel, Stipendien und Einstiegsmöglichkeiten im Bereich Internationale Politik zu informieren.

Ellen Madeker