Es gibt keine Alternative zu Frieden und Zusammenarbeit

IMG_2006 südasien (Kopie)Ist es möglich und sinnvoll, dem derzeit so gut wie bedeutungslosen regionalen Verbund südasiatischer Staaten SAARC (South Asian Association for Regional Cooperation) neues Leben einzuhauchen oder sollte besser eine neue Form der Kooperation gefunden werden? Um frischen Wind in diese Diskussion zu bringen, suchte eine Delegation aus Südasien – Politiker, Journalisten und Akademiker aus Pakistan, Indien, Bangladesch und Sri Lanka – Denkanstöße in politischen Gesprächen in Brüssel.

Eigentlich dürfte eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht so schwierig sein, kamen die Teilnehmer überein. Schließlich seien die kulturellen Unterschiede gering: Persönliche Kontakte zwischen den Bürgern seien im Allgemeinen freundschaftlich. Auch Sport und Medien hielten sich nicht an Grenzen, „Bollywood“ beispielsweise sei auch außerhalb Indiens sehr beliebt. Das größte Hindernis sei der seit der Aufteilung Britisch-Indiens schwelende Konflikt zwischen Indien und Pakistan, aber auch Bangladesch, und die politische Instabilität in der Region. Als Grund für die fortgesetzte Weigerung, eine regionale Zusammenarbeit in SAARC zu fördern, werde immer wieder mangelndes Vertrauen genannt. Dabei sei ein Zusammenschluss wie die Europäische Union gerade aus mangelndem Vertrauen der Staaten zueinander nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen worden und heute sehr erfolgreich.

Die Gespräche in Brüssel über die Entstehung der Europäischen Union wie auch über verschiedene Visionen für ihre Zukunft, ermutigten die Teilnehmer, mit neuem Elan ergebnisoffen über eine engere Kooperation zwischen den südasiatischen Staaten nachzudenken. „Es gibt einfach keine Alternative zu Frieden und Zusammenarbeit“ war die einhellige Meinung.

Im Anschluss an den Aufenthalt in Brüssel setzte die Delegation ihr Programm in Berlin fort.

Christina Brunnenkamp