Erneuerbare Energien auch für Algerien

Foto 1Algerien, das größte Land auf dem afrikanischen Kontinent, hätte aufgrund seiner geographischen Gegebenheiten die Möglichkeit, bei seinem Energiemix weitgehend auf erneuerbare Energien zu setzen. Wegen seiner scheinbar unerschöpflichen Erdöl- und -gasvorkommen und den dadurch bedingten niedrigen Energiepreisen war es daran bisher nicht interessiert. Nun will es aber durchstarten und bis 2030 auf einen Anteil erneuerbarer Energien von 40% kommen und parallel dazu auch die Energieeffizienz verbessern. Zu diesem Zweck wurde unter der Federführung des Ministeriums für Energie und Bergbau ein landesweites Programm zur Entwicklung der erneuerbaren Energien ausgearbeitet und eigens ein Kommissariat eingerichtet, das die Aktivitäten koordiniert.

Das Algerienbüro der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit begleitet die Entwicklung mit einem Projekt zur Reduzierung der CO2-Emissionen und Verbesserung der Energieeffizienz, insbesondere im Gebäudesektor. Um sich auf die bevorstehende gemeinsame Arbeit einzustimmen und einen Überblick über die Entwicklungen zu erhalten, die die EU-Mitgliedsstaaten vollzogen haben, seit die EU die Energieziele bis 2020 vorgegeben hat, nahm eine Delegation algerischer Sachverständiger kurz nach dem Klimagipfel in Warschau an einem Informationsprogramm in Brüssel teil.

Foto 3Im Rahmen dieses Programmes sprachen sie sowohl mit Vertretern der europäischen Institutionen, als auch mit Vertretern der Nichtregierungs-organisation Climate Action Network Europe (CAN Europe), des Wirtschaftsthinktanks Bruegel, des Buildings Performance Institutes Europe (BPIE), der European Climate Foundation sowie der Parlamentarierzusammenschlüsse European Forum for Renewable Energy Sources (EUFORES) und Climate Parliament. Nicht nur erhielten sie auf diese Weise Informationen zu Klimazielen, klimaverträglichem Wachstum, erneuerbaren Energien und Energieeffizienz aus den verschiedensten Blickwinkeln und konnten sie mit eigenen Erfahrungen abgleichen, sondern sie nahmen auch die Erkenntnis mit, dass bindende Ziele erfolgreicher motivieren als Richtwerte und dass es wichtig ist, eine Vision zu haben, auf die man gemeinsam hinarbeitet.

Die Delegation setzte ihr Programm in Berlin fort.

Christina Brunnenkamp