Die Idee Europas verteidigen!

fnf-forum2000_gerhardt-2

 

Der europäische Einigungsprozess sei ein einmaliges und erfolgreiches Experiment, Freiheit, Frieden und Wohlstand zu sichern, sagte Wolfgang Gerhardt in Prag anlässlich einer hochrangig besetzten Veranstaltung des Forums 2000 in Prag. Den Erfolg dieses Experiments gelte es gegen vielfältige neue Gefährdungen zu sichern.

 

Das noch von Vaclav Havel gegründete Forum 2000, das heute sein 20. Jahresjubiläum feiert, ist eine der renommiertesten Diskussionsplattformen zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie in Europa. Auf einem hochrangigen Podium – im Kuppelsaal der deutschen Botschaft aus dem heraus Hans-Dietrich Genscher 1989 die berühmte „Balkonrede“ hielt –  sprach Gerhardt über die Lage der Europäischen Union. Dabei stellte er zunächst fest, dass es einen Vertrauensverlust in die Politik und eine zunehmende Globalisierungsangst gebe.Deshalb käme es zu Rückfällen in antiquierte nationalstaatliche Politik wie im Falle des Brexits oder zur Hinwendung zum Autoritarismus a la Putin.

Gerade deshalb seien klare Reformen hin zur ordnungspolitischen Vernunft wichtig. Europa müsse im Sinne einer funktionierenden Marktwirtschaft „globalisierungstauglich“ werden. Auch der Wille zu einer offenen Handelspolitik müsse gestärkt werden. Daran hapere es zurzeit.

 

FNF-Forum2000_Gerhardt-6.jpg

 

Auch seien derzeit große Integrationsschritte nach dem Brexit unrealistisch. Aber das Vertrauen in das Bestehende müsste gestärkt werden. Das Beispiel des Euro-Stabilitätspakt diene als Warnung. Europa wäre schon gedient, wenn die existierenden Regeln gut eingehalten würden.

Auch außen- und sicherpolitisch müsse die freiheitliche Wertebasis der EU wieder deutlich werden. Richtig sei, dass man mit Putins Russland den Dialog suche. Aber es sei ebenso wichtig, dass man klar und mit Nachdruck Grenzen aufzeige.

Das alles sei mit den zur Verfügung stehenden Mitteln machbar. Als Liberaler, so meinte Gerhardt, glaube er daran, dass Europa seinen Weg finde und zu mehr Freiheit und Frieden in der Welt führe: „Ich bin und bleibe Optimist.“

 

Bericht: Dr. Detmar Doering, Des. Projektleiter Mitteleuropa und Baltische Staaten