„Größte Herausforderung ist der Anstieg eines autoritären Populismus“

The “Office for Democratic Institutions and Human Rights” is the Human Rights Institution for Security and Cooperation (OSCE). The Friedrich Naumann Foundation spoke to direcotr Michael G, Link about what the OSCE can do to secure Human Rights in Europe.

 

How does the OSCE/ODIHR counter human rights violations at the border to Europe?

We have a number of instruments at our disposal, all of which we use everywhere in the OSCE region. We monitor and observe the state of fundamental freedoms and human rights and advise governments on how to stay in line with international standards and commitments. If necessary, we speak out on blatant violations. We also developed some tools to address the specific challenges which arose in the course of the so-called refugee crisis in European border regions, amongst others we advise governments on how to counter human trafficking.
 

How does the institution contribute to Europe’s security while safe-guarding the human dimension in the midst of crises?

In the OSCE, we firmly believe in the comprehensive concept of security, which is to say that lasting security cannot be achieved without respect for human rights and functioning democratic institutions. This human-rights-centred approach is the cornerstone of all our work, whether we observe elections, monitor specific human rights issues, advise governments on democratic reforms, issue legal opinions or train government officials.

 

Where do you see the most pressing challenges, as well as opportunities, for Europe’s security in 2017?

Our biggest challenge is currently the rise of authoritarian populism. In places where these populists achieve control of the government, civil liberties are curtailed, the separation of powers is blurred and the space for civil society shrinks. We need to face this challenge and reiterate that no government is above the law, even if it was democratically elected.

 


 

 

Wie stellt sich die OSZE/ODIHR den Menschenrechtsverletzungen an der Grenze Europas entgegen?

Wir haben eine Reihe an Instrumenten zur Verfügung, die wir überall in der OSZE-Region nutzen. Wir kontrollieren und beobachten den Status der Grundfreiheiten und Menschenrechte und stehen den Regierungen beratend zur Seite, wie sie internationale Standards und Verpflichtungen einhalten können. Wenn nötig, äußern wir uns auch zu offenkundigen Verletzungen. Wir haben auch Instrumente entwickelt, um den spezifischen Herausforderungen, die während der sogenannten Flüchtlingskrise vor allem an den Außengrenzen Europas entstanden sind, gerecht zu werden. Darunter fällt auch die Beratung der Regierungen, wie man Menschenhandel verfolgt und bekämpft.

 

 

Wie kann die Institution zur europäischen Sicherheit beitragen, ohne zeitgleich die humanitäre Dimension inmitten der Krise aus den Augen zu verlieren?

In der OSZE glauben wir fest an den umfassenden Charakter von Sicherheit. Nachhaltige Sicherheit kann nicht ohne den Respekt gegenüber Menschenrechten und funktionierenden demokratischen Institutionen gewährleistet werden. Dieser menschenrechtsbezogene Ansatz ist der Grundstein unserer ganzen Arbeit, gleich ob wir Wahlen beobachten, die Einhaltung von Menschenrechten überwachen, Regierungen bei demokratischen Reformen beraten, Rechtsgutachten erstellen oder Regierungsmitarbeiter ausbilden.

 

 

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen, aber auch Chancen in Bezug auf die europäische Sicherheit im Jahr 2017?

Unsere größte Herausforderung ist der Anstieg eines autoritären Populismus. An Orten, an denen Populisten die Kontrolle über die Regierungen übernehmen, werden Bürgerfreiheiten beschnitten, die Gewaltenteilung gefährdet und der Raum für das Engagement von Zivilgesellschaft schrumpft. Wir müssen diesen Herausforderungen entgegentreten und immer wieder betonen, dass keine Regierung über dem Gesetz steht, auch wenn sie demokratisch gewählt wurde.

 

 

 

Daniela Oberstein ist Programme Manager / Media Officer beim Europäischen Dialogprogramm der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Brüssel.