Europas politische Krise – eine liberale Wahlanalyse

Ein Wind von Europaskeptizismus fegte am 25. Mai über Brüssel noch nie war das europäische Projekt so unbeliebt. Wie hielten sich die Liberalen im Unwetter?

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Europawahl 2014 / Foto: flickr/European Parliament

Ein Wind von Euroskeptizismus ist am 25. Mai über Europa gefegt. Kritik an der EU wurde schon immer geäußert, aber noch nie war das europäische Projekt so unbeliebt. Auch wenn viele Umfragen darauf hindeuteten, herrschte am Tag nach der Wahl gedrückte Stimmung. Alle gemäßigten Parteien – Konservative, Sozialdemokraten, Liberale und Grüne – haben im Vergleich zur letzten Wahl an Stimmen verloren. Die Europäische Volkspartei konnte sich mit 221 Abgeordneten, knapp vor den Sozialdemokraten, als stärkste Fraktion behaupten, verlor aber dennoch 20% ihrer Abgeordneten. Größte Gewinner der Wahl waren vor allem die radikalen Parteien an beiden Enden des politischen Spektrums. Die radikale Linke verzeichnete besonders in südlichen Krisenländern gute Resultate, während die Rechtsextremen und EU-Gegner in mehr als einem Drittel der Mitgliedsstaaten punkteten. Die ALDE-Fraktion schmilzt von 83 Mitgliedern auf voraussichtlich knapp 60 Abgeordnete – und ist somit der größte Verlierer dieser Europawahl. Continue reading